Zeit wird vom Gehirn benötigt: Neue Geräusche: Für das Hörsystem sind Geduld und Training erforderlich.

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Zeit wird vom Gehirn benötigt: Neue Geräusche: Für das Hörsystem sind Geduld und Training erforderlich.

Die Hörgeräte einschalten und sofort wieder klar hören können? Das wäre wunderbar. Doch das Gehirn braucht Zeit, um sich an die neuen Geräusche zu gewöhnen. Ein spezielles Training kann hilfreich sein.

Neue Klänge: Ein geduldiges und gut trainiertes Hörsystem ist gefragt.

Die 66-Tage-Regel hilft, den Rücken zu stärken.

Das Rascheln von Blättern oder der tropfende Wasserhahn: Wenn Sie schon lange taub sind, haben Sie sich daran gewöhnt, nicht alles zu hören. Wie die Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (biha) erklärt, werden bestimmte Geräusche aus dem so genannten auditiven Gedächtnis gelöscht. Ein neues Hörsystem stellt daher eine Herausforderung für das Gehirn dar: Es muss lernen, die neuen Geräusche, die es vom Gehör bekommt, einzuordnen.

Höraktivitäten helfen dem Gehirn, dies zu bewerkstelligen. Ziel ist es, die auditive Wahrnehmung von Umweltgeräuschen zu verbessern und die Mitmenschen besser zu verstehen. Wer zum ersten Mal ein Hörgerät bekommt und unter einer Hörminderung leidet, sollte vom ersten Tag an solche Übungen machen, rät biha-Präsidentin Marianne Frickel. Geduld und Ausdauer sind nötig, um sich an das neue Hörvermögen zu gewöhnen. Damit es klappt, kann ein Hörgeräteakustiker vor Ort helfen.

Hörmemory zum Erkennen von Geräuschen

Ein gutes Beispiel für eine Übung ist das Hörmemory. Verschlossene kleine Dosen enthalten verschiedene Dinge, erklärt Frickel. Zum Beispiel Reis, Nägel, Steine oder Geldstücke. Wie beim klassischen Memory-Spiel mit verdeckten Karten enthalten jeweils zwei Dosen das Gleiche. Ziel ist es, die passenden Lautpaare zu finden und so die Lauterkennung zu trainieren.

Eine weitere Beispielübung ist der dichotische Hörtest. Hier werden mehrere mehrsilbige Substantive gleichzeitig vorgespielt oder gesprochen. Diese müssen dann wiedergegeben werden. Begonnen wird mit zwei Wörtern, wie z. B. Gartenzaun und Sonnenschirm. Nach und nach werden weitere Wörter hinzugefügt. Frickel: “Diese Übung hilft Ihnen, sich in komplexen Hörsituationen zurechtzufinden und Ihre Gesprächspartner besser zu verstehen.”

Letztlich geht es bei den Hörübungen darum, das Wortverständnis, das akustische Gedächtnis, das Hören von Unterschieden und das Herausfiltern von Geräuschen zu trainieren, wie die biha erklärt. Sich an das wiedergewonnene Gehör zu gewöhnen, brauche Zeit, sagt er.

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