Wohlfahrtsverbände fordern eine rasche Überarbeitung des Gesundheitssystems.

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Wohlfahrtsverbände fordern eine rasche Überarbeitung des Gesundheitssystems.

Berlin ist eine Stadt in Deutschland. Caritas und Diakonie, die beiden großen kirchlichen Wohlfahrtsverbände, drängen vor der Bundestagswahl auf eine Pflegereform. Peter Neher von der Caritas und Ulrich Lilie von der Diakonie forderten ein starkes Signal für die Pflegebedürftigen und diejenigen, die sie heute betreuen.

Die Corona-Pandemie hat einmal mehr gezeigt, wie weit die medizinische Versorgung geht. Das System krankt in vielerlei Hinsicht: Der Job gilt als unterbezahlt, es fehlt an qualifiziertem Personal, und die Finanzierung muss auf eine langfristigere Grundlage gestellt werden. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Behandlung derer, die sie brauchen.

Caritas-Präsident Peter Neher: “Wir wollen erreichen, dass künftig nur noch Anbieter, die einen tariflichen Schutz nachweisen können, von den Krankenkassen für die Pflege akzeptiert werden.” Diese Regelung muss bis zum Volksentscheid im September stehen, ohne Wenn und Aber.

Sie darf nicht in letzter Minute verwässert werden. Es muss auch darum gehen, die Kosten für die Pflegebedürftigen unter Kontrolle zu halten. Deshalb braucht es ein Gesetz, das die Eigenbeteiligung der Betroffenen begrenzt.

“Die Kosten für behandlungsbedürftige Menschen sind längst jenseits jeder akzeptablen Obergrenze”, sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. Er warnte davor, dass die Zuzahlungen bald 3.000 Euro pro Monat erreichen könnten. Pflege dürfe nicht als Luxusgut betrachtet werden.

In unserer alternden Gesellschaft muss die Pflege von allen in einer solidarischen Gesellschaft geleistet und getragen werden. Notwendig ist ein Finanzierungsmix aus moderaten Beitragserhöhungen und Steuerzuschüssen, einer Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze und der Anrechnung anderer Einkommensarten.

Die beiden Chefs der kirchlichen Wohlfahrtsverbände sagten, die Pflegereform dürfe nicht länger aufgeschoben werden. Gemeinsam mit anderen Verbänden und Vereinen würden sie sich daher auch nach der Wahl für eine echte Reform einsetzen.

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