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Gesundheit

Neurologe warnt: Schlechte Mundgesundheit erhöht Risiko für Schlaganfall und Demenz

Die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch könnte einer aktuellen Warnung von Fachleuten zufolge eine weitaus größere Rolle für das Gehirn spielen, als vielen bewusst ist. Ein Neurologe macht auf einen oft übersehenen Risikofaktor für Schlaganfälle und Demenzerkrankungen aufmerksam.

Dr. Baibing Chen, der im Internet als Dr. Bing bekannt ist, erläutert in einem TikTok-Video den Zusammenhang. Große Studien hätten gezeigt, dass Menschen mit Zahnfleischerkrankungen, vielen Kariesstellen oder starkem Zahnverlust ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben. Dies gelte selbst dann, wenn Faktoren wie sozioökonomischer Status, Einkommen oder andere Demografie- und Risikomerkmale berücksichtigt würden.

Entzündungen als möglicher Mechanismus

Laut Dr. Chen führt chronische Zahnfleischentzündung zu anhaltenden Entzündungsprozessen im Körper. „Entzündungen können Blutgefäße schädigen“, so der Neurologe. „Und in Blutgerinnseln, die Schlaganfälle verursachen, wurden bereits orale Bakterien gefunden.“ Er betont, dass es ihm bei der Untersuchung der Zähne seiner Patienten nicht um das Aussehen gehe, sondern darum, ein umfassendes Gesundheitsbild zu erhalten.

Eine im Jahr 2023 im Fachjournal „Neurology“ veröffentlichte Studie untermauert diese Aussagen. Die Autoren fanden bei mittelalten Briten ohne vorherigen Schlaganfall oder Demenz, dass eine schlechte Mundgesundheit mit schlechteren Werten bei neuroimaging-Untersuchungen der Hirngesundheit einherging. Genetische Analysen bestätigten diesen Zusammenhang und wiesen auf eine mögliche kausale Beziehung hin.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Mundgesundheit, als ein einfach zu beeinflussender Faktor, ein vielversprechendes Ziel für sehr frühe Interventionen zur Verbesserung der Hirngesundheit sein könnte.

Mundhygiene als Teil der Vorsorge

Dr. Chen räumt ein, dass statistische Überlagerungen eine Rolle spielen könnten: Menschen, die gut auf ihre Zähne achteten, pflegten oft insgesamt einen gesünderen Lebensstil. Dennoch zeige sich in großen Studien ein konsistentes Bild: Regelmäßige Zahnarztbesuche, konsequentes Zähneputzen und der Schutz des Zahnfleisches gingen mit einem geringeren Schlaganfallrisiko einher – wenn auch nicht mit einem Nullrisiko.

„Denken Sie an Ihre Mundgesundheit als Teil Ihrer Gehirngesundheit“, appelliert der Neurologe. „Zahnseide, Mundduschen und Zähneputzen schützen nicht nur Ihr Lächeln und Ihren Atem, sie könnten auch still und leise Ihr Gehirn schützen.“

Die Empfehlungen der NHS zur Erhaltung gesunder Zähne unterstreichen die grundlegende Bedeutung der Mundhygiene. Die simple Botschaft lautet: Was für den Mund gut ist, könnte auch entscheidend für den Schutz des Gehirns sein.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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