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Gesundheit

Neue Behandlungsmöglichkeiten für Leber- und Darmkrebs entdeckt

Wissenschaftler der Cancer Research UK Scotland Institute in Glasgow haben neue Behandlungsmöglichkeiten entwickelt, die das Wachstum von Darm- und Leberkrebs hemmen könnten. Die Entdeckung wurde durch eine genetische Durchbruchforschung ermöglicht, die den Fokus auf genetische Fehler im Körper legte, welche Krebszellen dazu befähigen, das Wachstumssystem des Körpers zu missbrauchen.

Genetische Entdeckung bietet Hoffnung für schwer behandelbare Krebsarten

Die Forscher konzentrierten sich auf den WNT-Signalweg, ein System, das Zellen anweist, wann sie wachsen und wann nicht. Dieser Signalweg ist bei bestimmten Krebsarten, wie denen im Darm und in der Leber, gestört. In einer aktuellen Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlicht wurde, identifizierten die Wissenschaftler ein Protein namens Nucleophosmin (NPM1), das in erhöhten Konzentrationen in Darm- und Leberkrebszellen vorkommt. Dieses Protein scheint aufgrund genetischer Fehler im WNT-Signalweg eine Rolle bei der Entstehung von Tumoren zu spielen.

Die Forscher fanden heraus, dass die Blockierung von NPM1 dazu führen könnte, dass Krebszellen Schwierigkeiten haben, Proteine korrekt zu produzieren, was die Aktivierung eines Tumorsuppressors begünstigen und somit das Krebswachstum stoppen könnte. Professor Owen Sansom, der leitende Forscher und Direktor des Cancer Research UK Scotland Institute, betonte, dass NPM1 für die Gesundheit von erwachsenen Geweben nicht entscheidend sei, was es zu einem vielversprechenden Ziel für neue Behandlungsmöglichkeiten macht.

Diese Entdeckung ist Teil des größeren Projekts SpecifiCancer, das von Cancer Research UK und der Mark Foundation for Cancer Research unterstützt wird. Ziel dieses Projekts ist es, zu verstehen, warum einige Krebs verursachende Gene nur in bestimmten Geweben wie dem Darm und der Leber Krebs auslösen. In Großbritannien ist die Rate von Darm- und Leberkrebs besonders hoch, was die Bedeutung dieser Forschung unterstreicht.

In Schottland, das eine der höchsten Krebsraten im UK aufweist, erkranken jährlich etwa 4.200 Menschen an Darmkrebs, der nach wie vor die zweithäufigste Todesursache durch Krebs in der Region ist, mit etwa 1.700 Todesfällen jährlich. Darüber hinaus zeigen Studien, dass die Raten von Darmkrebs bei Erwachsenen zwischen 25 und 49 Jahren in 27 von 50 untersuchten Ländern steigen, wobei die Rate bei jungen Frauen in Schottland und England schneller ansteigt als bei Männern.

Die Forscher hoffen, dass die Erkenntnisse auch auf andere Krebsarten angewendet werden können und die Entwicklung von Medikamenten zur Blockierung von NPM1 dazu beitragen könnte, diese gefährlichen Krankheiten effektiv zu behandeln. Dr. David Scott, Direktor von Cancer Grand Challenges, betonte die Bedeutung dieser wissenschaftlichen Entdeckung und erklärte: „Durch die Untersuchung der grundlegenden Prozesse, die Krebs antreiben, können wir die Krankheit an ihrer Wurzel bekämpfen und so den Fortschritt in der Behandlung vorantreiben.“

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Katrin Buhler

Katrin Bühler ist Redakteurin und Medienanalystin mit Schwerpunkt auf Technologie, Wissenschaft und Gesundheit. Sie analysiert gesellschaftliche Entwicklungen und digitale Trends und bereitet komplexe Themen verständlich und praxisnah auf.

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