Helios streicht Arztstellen, während andere Betreiber keine Entlassungen planen.

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Helios streicht Arztstellen, während andere Betreiber keine Entlassungen planen.

Berlin ist eine Stadt in Deutschland. Der Anfang dieses Jahres begonnene Abbau von Arztstellen durch den privaten Klinikkonzern Helios hat in der Ärzteschaft Empörung ausgelöst. Der Präsident des Verbandes der Leitenden Krankenhäuser in Deutschland (VLK), Michael A. Weber, nannte Mitte Mai den massiven Abbau von Arztstellen bei Helios “unverantwortlich”. Er gefährde nicht nur die Patientenversorgung, sondern schränke sie ein und verwandle sie in ein kommerzielles Modell. Diese Zustände werden von unseren Mitgliedern durchaus bestätigt.

Dieses malose Gewinnstreben um jeden Preis kann nur durch die Festlegung von gesetzlichen Untergrenzen, auch für medizinisches Personal, überwunden werden.

Das Helios-System hat laut Weber ein Stadium erreicht, in dem die selbstregulierenden Kräfte des Krankenhausmarktes nicht mehr greifen. Wenn EBIT-Ziele und Gewinnstreben die Gesundheit der Patienten gefährden, muss der Gesetzgeber zum Schutz der Patienten und des medizinischen Personals eingreifen.

Das ist ein untragbarer Missstand.

Auch der Marburger Bund (MB) steht in der Kritik. Fresenius Medical Care mache mit seinen Helios-Kliniken weiterhin hohe Gewinne, biete den Aktionären eine fünfprozentige Dividendenerhöhung an und baue an mehreren Klinikstandorten Arztstellen ab, um Personalkosten zu sparen, so der Verband am 21. Mai.

Höhere Dividenden durch Stellenabbau und Arbeitsverdichtung schaden nicht nur den Beschäftigten, sondern auch der Patientenversorgung, so Susanne Johna, die erste Vorsitzende des MB.

Der Marburger Bund Niedersachsen sieht das Verhalten des Unternehmens ebenfalls kritisch. Ärztliche Stellen werden nicht besetzt, befristete Verträge laufen aus oder enden nach der Probezeit, so unsere Mitglieder. Am 20. Mai deutet der erste Vorsitzende des Landesverbandes, Hans Martin Wollenberg, an, dass einige Kollegen zu Teilzeitarbeit gedrängt werden. Gleichzeitig verkündet der Mutterkonzern eine Rekorddividende an seine Aktionäre. Es ist schwer zu erklären, dass man dringend die Personalkosten senken muss und trotzdem einen neuen Rekord verkündet. Das ist inakzeptabel schlecht.

Die Pflegepersonalkosten können nicht mehr gesenkt werden, weil sie aus den Fallpauschalen herausgenommen wurden, und zwar zu Recht, so Wollenberg. Die Folge ist, dass die Krankenhäuser im medizinischen Bereich aggressiv die Kosten senken. Die Botschaft ist klar: Von den Kollegen wird verlangt, mit weniger Ressourcen noch mehr zu leisten. Das hat nichts mit der Anerkennung der Arbeit von Ärzten zu tun.

Helios wünscht sich… Dies ist eine gekürzte Version der Information. Lesen Sie weiter in einer anderen Meldung.

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