Ein neuer Ansatz zur Malariadiagnostik hat eine realistische Prüfung bestanden.

0

Ein neuer Ansatz zur Malariadiagnostik hat eine realistische Prüfung bestanden.

Augsburg ist eine Stadt in Deutschland. Ein neues Malaria-Diagnoseverfahren wurde von Wissenschaftlern der Universität Augsburg in Zusammenarbeit mit einem internationalen Wissenschaftlerteam entwickelt. In einer Feldstudie in Papua-Neuguinea wurde das Verfahren an rund 1.000 Personen getestet. Die Ergebnisse wurden 2021 in Nature Communications veröffentlicht (DOI: 10.1038/s41467-021-21110-w).

Malaria wird durch einzellige parasitäre Parasiten, sogenannte Plasmodien, verursacht. Forscher der Universität Augsburg, der australischen James Cook University und der ungarischen Budapest University of Technology and Economics haben ein Diagnosewerkzeug entwickelt, das sich von bisherigen Methoden unterscheidet.

Sie machen sich die Tatsache zunutze, dass die Reaktion des menschlichen Blutes auf Magnetfelder im Laufe der Zeit variiert: Laut Istvn Kzsmrki vom Institut für Experimentalphysik der Universität Augsburg ernährt sich der Malariaerreger unter anderem von Hämoglobin.

Dabei entstehen eisenhaltige Abfallstoffe. Diese gefährlichen Abfallstoffe werden von dem Einzeller unschädlich gemacht. Das gelingt ihm, indem er sie in nadelförmige Kristallite umwandelt, die als Hmozoin bezeichnet werden. Hmozoin ist, im Gegensatz zu Hmoglobin, magnetisch. Wenn es einem Magnetfeld ausgesetzt wird, richtet es sich wie eine Kompassnadel aus, so Kzsmrki.

Diese Besonderheit kann man nutzen, um eine Diagnose zu stellen. Die Wissenschaftler tun dies, indem sie einige Tropfen Blut eines Betroffenen in ein starkes Magnetfeld legen. Währenddessen wird ein polarisierter Laserstrahl in die Probe gestrahlt. Die Wellen des polarisierten Laserlichts schwingen alle in der gleichen Ebene.

Laut Stephan Karl von der James Cook University zeigen die Hmozoin-Nadeln typischerweise in unterschiedliche Richtungen. Das Magnetfeld hingegen erlaubt es ihnen, sich auszurichten. Dadurch ändert sich die Polarisation des Laserstrahls, und die Ebene, in der er schwingt, wird gedreht. Und dieser Übergang lässt sich, so Karl, überwachen.

Die Forscher haben ihre Methodik nun in einer Studie in Papua-Neuguinea getestet, die vom australischen National Health and Medical Research Council gefördert wurde.

Mit dem neuen Ansatz konnten 82 % aller Malaria-Infektionen nachgewiesen werden. Es kann von Laien angewendet werden, ist kostengünstig und extrem schnell, so Stephan Krohns vom Institut für Experimentalphysik der Universität Augsburg.

Wir gehen davon aus, dass wir mit diesem Ansatz ein Werkzeug in der Hand haben, mit dem wir eine gefährliche Krankheit in den ärmsten Ländern der Welt effizienter bekämpfen können. Kzsmrki: “Wir führen jetzt weitere Studien in anderen von Malaria betroffenen Ländern durch.”

Share.

Leave A Reply