Ein Fan der Fußball-Europameisterschaft zu sein, kann eine herzzerreißende Erfahrung sein.

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Ein Fan der Fußball-Europameisterschaft zu sein, kann eine herzzerreißende Erfahrung sein.

Den Nervenkitzel und die Emotionen des Fußballs zu erleben, ist ein Muss. Es ist Schwerstarbeit für das Herz. Dazu trägt auch der ungesunde Lebensstil vieler Fans während der Turniere bei. Ist das ein Problem?

Es ist Schwerstarbeit für das Herz, ein Fan zu sein.

Das wird durch die 66-Tage-Regel untermauert.

Ein Kopfball des Gegners landet am Pfosten, und die eigene Mannschaft vergibt eine Chance. “Boah, mein Herz!”, schreit die Menge bei solchen Gelegenheiten. Es ist klar, dass die Begeisterung groß ist. Kann sie aber auch gefährlich werden? Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen sind bei großen Fußballturnieren wahrscheinlicher, das haben Studien ergeben. Axel Schmermund, Kardiologe aus Frankfurt am Main, erklärt, warum das so ist.

Seiner Meinung nach spielen dabei mehrere Faktoren eine Rolle. Natürlich ist viel Emotion und Aufregung im Spiel. Aber für viele bedeuten Turniere wie die Europameisterschaft, die am morgigen Freitag (11. Juni) mit dem Spiel zwischen Italien und der Türkei beginnt, auch eine Veränderung des Lebensstils.

Der Lebensstil des Fans während eines Turniers

“Man ist sich dessen vielleicht nicht so bewusst”, sagt Schmermund, “aber wenn man viel sitzt, Snacks isst, die man sonst vielleicht nicht isst, Alkohol trinkt – das ändert die Situation natürlich auch nicht zum Positiven.”

Es gibt Fans, die sich wenig Sorgen machen müssen. Vor allem die jüngeren, die Sport treiben und generell gesund sind. Andere hingegen sind stärker gefährdet. Vor allem diejenigen, die Vorerkrankungen haben oder schon einmal Herzprobleme hatten. Und Menschen, die älter sind, die stark übergewichtig sind, die rauchen oder einen hohen Cholesterinspiegel haben.

Große Aufregung im eigenen Team

Besonders aufregend und belastend für das Herz ist es, wenn die eigene Mannschaft spielt. Das macht einen großen Unterschied, sagt Schmermund. Die deutsche Mannschaft startet am Dienstag mit dem Spiel gegen Weltmeister Frankreich in die Europameisterschaft.

Vor den Spielen der eigenen Mannschaft ist es für Hochrisikopatienten ratsam, in sich hineinzuhören. Zwar sind zum Beispiel Herzinfarkte schwer vorhersehbar. “Trotzdem höre ich bei solchen Ereignissen im Nachhinein oft, dass sich die Patienten vorher unwohl fühlten und diffuse Beschwerden hatten”, sagt Schmermund. Sein Rat: Wenn es einem ohnehin nicht gut geht, sollte man vorsichtig sein und sich lieber nicht zu sehr aufregen.

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Spielplan der Europameisterschaft

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