Covid-19-Impfung von Kindern: Wie Länder bei gleicher Evidenz zu unterschiedlichen Empfehlungen kommen

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Covid-19-Impfung von Kindern: Wie Länder bei gleicher Evidenz zu unterschiedlichen Empfehlungen kommen

In Berlin wird die COVID-19-Impfung nur für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen empfohlen, so die Ständige Impfkommission (STIKO). In anderen Nationen wie Großbritannien, den USA und demnächst auch in Österreich werden alle Kinder geimpft. Der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens betonte heute auf einer Pressekonferenz, dass dies oft politische Gründe habe, aber nicht in allen Nationen die gleichen Voraussetzungen gegeben seien. So könne zum Beispiel die Krankheitslast durch COVID-19 deutlich unterschiedlich sein.

Die STIKO hat ihre Impfempfehlung für 12- bis 15-Jährige aufgrund eines geringen Risikos für schwere Erkrankungen in Verbindung mit unzureichenden Sicherheitsdaten eingeschränkt.

Laut Gerald Gartlehner, Vorstand des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Universität Krems, kollidieren in einem solchen Umfeld zwei Standpunkte. Um eine Herdenimmunität zu entwickeln, ist es aus epidemiologischer Sicht sinnvoll, so viele Personen wie möglich so schnell wie möglich zu impfen.

Eine evidenzbasierte Behandlung hingegen erfordert eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiken, um zu entscheiden, ob es einen Nettonutzen für den normalen Heranwachsenden gibt.

Wenn die Inzidenz niedrig ist und Langzeitsicherheitsdaten vorliegen, spielt der Nutzen für den einzelnen Jugendlichen durch ein verringertes Risiko einer schweren Erkrankung eine große Rolle, so Gartlehner. Die Entscheidung der STIKO ist völlig nachvollziehbar und im Sinne der evidenzbasierten Medizin die einzig richtige.

Wir haben Zeit, auf genauere Informationen zu warten.

Der Gesundheitsexperte erklärte auch, dass es keine dringende Notwendigkeit gibt, alle 12- bis 15-Jährigen im Juni oder Juli zu impfen. Wir haben die Zeit und die Muße, auf genauere Fakten zu warten.

Die politischen Entscheidungsträger nehmen sich nicht immer die Zeit, dies zu tun. Noch bevor der Impfstoff von Biontech/Pfizer für diese Altersgruppe in Deutschland zugelassen wurde, versprach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass alle Kinder geimpft werden sollen. Eine der Ideen war, Millionen von Impfdosen für die Impfung zur Verfügung zu stellen.

Wir würden es immer bevorzugen, wenn politische Entscheidungsträger die Beweise abwägen, bevor sie euphorisch vorpreschen und Aussagen treffen, wie es in Österreich und Deutschland der Fall war, so Gartlehner.

Er lobte, dass in Deutschland wieder rationaler geurteilt werde, während dies in Österreich noch nicht der Fall sei. Die Idee in der Alpenrepublik ist es, so schnell wie möglich diesen Sommer zu beginnen…. Dies ist eine gekürzte Version der Information. Lesen Sie weiter in einer anderen Newsmeldung.

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