COVID-19: Auto-Antikörper können Patienten langfristig schaden.

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COVID-19: Auto-Antikörper können Patienten langfristig schaden.

Nach einer COVID-19-Infektion in Connecticut New Haven produziert der Körper Antikörper, die das Virus neutralisieren und weitere Infektionen verhindern.

Nach Tierversuchen entdeckte ein Team aus den USA mit einem neuen Ansatz, der in Nature (2021; DOI: 10.1038/s41586-021-03631-y) veröffentlicht wurde, eine Vielzahl von Autoantikörpern bei mehreren Patienten.

Antikörper können ein zweischneidiges Schwert sein. Einerseits schützen sie vor immer wiederkehrenden Infektionen, andererseits können sie aber auch lebensbedrohliche Autoimmunerkrankungen auslösen.

Mehrere Studiengruppen haben kürzlich Autoantikörper gegen Interferone im Blut von COVID-19-Patienten entdeckt. Autoantikörper können sich negativ auf die Erkrankung auswirken, da Interferone ein effektiver Abwehrmechanismus gegen Infektionen sind.

Das Serum von 194 Patienten wurde nun von einem Team unter der Leitung von Aaron Ring von der Yale University in New Haven, Connecticut, systematisch auf Autoantikörper untersucht. Sie verwendeten eine Technik, die als Rapid Extracellular Antigen Profiling bekannt ist und Autoantikörper gegen 2.770 verschiedene Proteine im Blut oder auf der Oberfläche menschlicher Zellen nachweisen kann.

Als Ergebnis wurden Autoantikörper im Blut mehrerer Patienten gefunden. Am häufigsten waren Antikörper gegen Interferone vom Typ 1, die bei 5,2 Prozent der Patienten im Blut vorhanden waren. Als zweite Kategorie von Antikörpern wurden Antikörper gegen Zytokine und Chemokine, mit denen sich das Immunsystem gegen Krankheitserreger schützt, entwickelt.

Mit genveränderten Mäusen, die für SARS-CoV-2 anfällig sind, konnten die Forscher zeigen, dass Autoantikörper die Schutzreaktion auf SARS-CoV-2 hemmen. Der Verlauf von COVID-19 war gravierender, wenn den Tieren vor der Infektion Autoantikörper verabreicht wurden.

Es ist unklar, warum diese Antikörper gebildet werden. Einige sind bereits vor der Infektion vorhanden. Sie könnten einer der Gründe sein, warum manche Menschen einen schwereren Fall von COVID-19 haben als andere, so Ring.

Besonders wichtig war es, Antikörper zu finden, die die Oberflächenstrukturen von Zellen erkennen. Theoretisch können solche Antikörper Autoimmunreaktionen auslösen, die noch lange nach der Infektion anhalten. Ob die Antikörper eine Rolle bei der Entwicklung eines langfristigen COVID-Syndroms spielen, ist unbekannt. Patienten mit chronischen Symptomen wurden von den Forschern bisher nicht untersucht.

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