Berlin ist eine Stadt in Deutschland. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lehnt die vom Gesetzgeber geplante Reform der ambulanten Psychotherapie ab. In einem Brief an die Mitglieder des Bundestags-Gesundheitsausschusses fordert sie, die Vorschläge zu streichen und vor weiteren Änderungen zunächst die Ergebnisse früherer und bestehender Institutsreformen zu prüfen.

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Berlin ist eine Stadt in Deutschland. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lehnt die vom Gesetzgeber geplante Reform der ambulanten Psychotherapie ab. In einem Brief an die Mitglieder des Bundestags-Gesundheitsausschusses fordert sie, die Vorschläge zu streichen und vor weiteren Änderungen zunächst die Ergebnisse früherer und bestehender Institutsreformen zu prüfen.

KBV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel betonte, dass die Entscheidung über die psychotherapeutische Versorgung beim Psychotherapeuten liegen müsse.

Anlass für die Kritik ist die Novelle des Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetzes (GVWG), die heute verabschiedet werden sollte. Laut Gesetzentwurf soll der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) bis Ende 2022 prüfen, wie die bedarfsgerechte und schwerpunktmäßige Behandlung psychisch Kranker sichergestellt werden kann.

Der Vorschlag scheint ein Versuch zu sein, in die klinische Autonomie der Psychotherapeuten einzugreifen. Solche Vorschläge sind für uns inakzeptabel, sagte Kriedel. Nach dem Psychotherapeutenhandbuch werden psychotherapeutische Therapien nun bedarfs- und schweregradorientiert festgelegt.

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), die Länderkammern und die psychotherapeutischen Verbände haben sich gegen die Novelle des GVWG in letzter Minute ausgesprochen. Wenn Psychotherapie künftig nach groben Rastern angeboten wird, die vorgeben, wie lange ein Patient je nach Erkrankung zu behandeln ist, geht nach Ansicht von Dietrich Munz, Präsident der BPtK, eine qualitativ hochwertige, individuell orientierte Behandlung verloren.

Nach sorgfältiger Diagnostik und unter Berücksichtigung des bisherigen Krankheits- und Behandlungsverlaufs entscheiden Psychotherapeuten gemeinsam mit ihren Patienten, ob, wie intensiv und wie lange eine Behandlung notwendig ist.

Laut KBV muss in einem ersten Schritt geprüft werden, wie sich vergangene und aktuelle institutionelle Veränderungen auf die Behandlung ausgewirkt haben. Der G-BA arbeitet derzeit an einer berufsgruppenübergreifenden Gesetzgebung für eine organisierte und standardisierte Versorgung, insbesondere für chronisch psychisch kranke Patienten, die eine komplizierte psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung benötigen.

Die Änderungsvorschläge wurden in den Beratungen zum GVWG, das heute im Bundestag verabschiedet werden sollte, kurzfristig angenommen. Weitere Beratungen sollen nun im Bundesgesundheitsausschuss stattfinden, bevor der Gesetzentwurf voraussichtlich im Juni zur zweiten und dritten Lesung in den Bundestag geht.

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