Adenovirus im Winter: Harmlose Erkältung oder gefährliche Infektion?
Gesundheitsexperten warnen derzeit vor einer unspezifischen Grippewelle, die viele Menschen in Großbritannien heimsucht. Hinter Symptomen wie Halsschmerzen und Fieber könnte sich das Adenovirus verbergen, das besonders für Risikogruppen gefährlich werden kann.
Vier Schlüsselsymptome deuten auf Adenovirus hin
Die UK Health Security Agency (UKHSA) weist darauf hin, dass im Winter mehrere respiratorische Viren gleichzeitig zirkulieren. Eines davon ist das Adenovirus, das oft mit einer gewöhnlichen Erkältung verwechselt wird. Charakteristisch sind vier grippeähnliche Symptome: plötzlich auftretendes, anhaltendes Fieber, ein besonders schwerer und anhaltender Halsschmerz, Atembeschwerden oder Husten sowie eine verstopfte oder laufende Nase in der frühen Phase.
Als kleine, aber deutliche Besonderheit kann sich bei einigen Infizierten auch eine schmerzhafte Bindehautentzündung mit roten Augen entwickeln. Kopfschmerzen, Muskelbeschwerden und Magenprobleme wie Erbrechen und Durchfall sind ebenfalls möglich.
Besondere Gefahr für vulnerable Gruppen
Während gesunde Erwachsene die Infektion in der Regel binnen ein bis zwei Wochen überstehen, birgt das Virus für Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen erhebliche Risiken. In diesen Gruppen kann es zu Lungenentzündung, Bronchitis oder schwerer Dehydration führen, was gelegentlich einen Krankenhausaufenthalt notwendig macht. Die Behörden berichten von einem dramatischen Anstieg der Fälle in jedem Winter.
Die UKHSA betont in einem Blogbeitrag, dass Adenoviren zwar das ganze Jahr über auftreten, Menschen jeden Alters treffen können, aber am häufigsten Babys und Kleinkinder infizieren. Der „Mirror“ berichtet, dass der Krankheitsverlauf bei vulnerablen Personen von milden Anfangssymptomen zu schweren Atemwegsinfektionen und im Extremfall zum Tod fortschreiten kann.
Fachleute vermuten, dass das, was viele als „rätselhafte Winterkrankheit“ bezeichnen, oft auf das Adenovirus zurückzuführen ist. Es gibt keine spezifische Behandlung; die Therapie konzentriert sich auf Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und Schmerzmittel wie Paracetamol. Antibiotika sind wirkungslos, da es sich um eine virale Infektion handelt.
Der nationale Gesundheitsdienst NHS rät, sofort medizinischen Rat einzuholen, wenn sich Symptome verschlimmern, die Atmung schwerfällt oder hohes Fieber anhält. Eltern sollten besonders wachsam sein, wenn kleine Kinder ungewöhnlich antriebslos werden oder es verweigern, zu trinken.
Das Virus verbreitet sich leicht durch Husten, Niesen und kontaminierte Oberflächen und bleibt außerhalb des Körpers lange aktiv. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind daher regelmäßige Handhygiene, das Reinigen von Flächen und das Zuhausebleiben bei Krankheit. Mediziner warnen davor, grippeähnliche Symptome in den Wintermonaten leichtfertig abzutun – was wie eine einfache Erkältung erscheint, könnte etwas Ernsteres sein.