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Veralteter Mietspiegel gilt nicht

Vermieter dürfen eine Mieterhöhung nicht mit einem 20 Jahre alten Mietspiegel begründen. Der Mieter könne daran nicht ablesen, ob die Erhöhung berechtigt sei oder nicht, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem heute veröffentlichten Urteil.

Die Mieterhöhung sei aus formellen Gründen unwirksam, so das Urteil. Ein 20 Jahre alter Mietspiegel enthält keine ausreichenden Informationen mehr, um die Rechtmäßigkeit der beabsichtigten Mieterhöhung zu überprüfen. Der Vermieter muss die Mieterhöhung deshalb anders begründen. Er kann zum Beispiel auf drei vergleichbare Wohnungen Bezug nehmen. Allerdings darf nicht einfach der Mietspiegel der Nachbarkommune herangezogen werden.

Mieterin klagte gegen Hausverwaltung

Eine Mieterin in Magdeburg hatte Anfang 2017 Post von der Hausverwaltung bekommen. Darin stand, dass die Miete für ihre 79-Quadratmeter-Wohnung um 60 Euro auf dann 360 Euro steigen solle. Begründet wurde das mit dem städtischen Mietspiegel aus dem Jahr 1998. Die Frau stimmte nicht zu. Der Streit ging durch die Instanzen.

Mieterhöhung muss nachvollziehbar sein

Grundsätzlich können Vermieter die Miete bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete anheben, solange es in den letzten 15 Monaten noch keine Erhöhung gab. Das muss dem Mieter aber nachvollziehbar begründet werden. Der Mietspiegel ist dafür eine Möglichkeit. Laut Gesetz sollte dieser alle zwei Jahre aktualisiert werden. Gibt es keinen aktuellen Mietspiegel, darf der Vermieter zwar prinzipiell auch einen veralteten verwenden. 20 Jahre alte Daten sind laut BGH aber keinesfalls mehr geeignet. Der Wohnwert einer Immobilie unterliege typischerweise mit fortschreitender Zeit einem Wandel, entschieden die Karlsruher Richter. So könne eine Einrichtung, die einmal besonders war, über die Jahre zur Standardausstattung werden.