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Post-Pakete aus China werden teurer

Dank neuer Regeln für Sendungen aus China darf die Deutsche Post für Päckchen von dort nun mehr Geld verlangen. In diesem Jahr könnten die Gebühren bereits um knapp ein Drittel steigen. Hintergrund ist ein Beschluss im altehrwürdigen Weltpostverein.

Seit mehr als 145 Jahren regelt der Weltpostverein den Versand von Briefen und Päckchen über Grenzen hinweg. Ohne diese Organisation mit ihren 192 Mitgliedsländern würden Sendungen, die von einem Land ins andere geschickt werden, wohl nie ankommen. Im Postverein wird festgelegt, wie viel die Post zwischen zwei Staaten jeweils an Porto verlangen darf. Entwicklungsländer bekommen günstigere Konditionen zugestanden – auch für China gab es diesen Sonderstatus.

Die USA machten Druck im Weltpostverein

Das nutzten viele chinesische Händler, um etwa USB-Sticks, Kabel oder andere technische Kleinstsendungen nahezu kostenlos beispielsweise nach Deutschland zu verschicken. Europäischen Händlern war das verständlicherweise ein Dorn im Auge, sie sahen darin unlauteren Wettbewerb. Immer mehr Länder kritisierten deshalb den bevorzugten Status angesichts des Aufstiegs Chinas zur Wirtschaftsmacht. Eine Drohung der USA, aus dem Verein auszutreten, falls sich hier nichts ändern sollte, brachte die Mitglieder des Weltpostvereins vor einigen Monaten dann an den Verhandlungstisch.

27 Prozent mehr Porto für Sendungen aus China

Ergebnis: Nun können die Länder mehr Geld für Sendungen aus China verlangen. In Deutschland wird dies nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bereits in diesem Jahr dazu führen, dass Preise für den Paketversand um 27 Prozent höher liegen als 2019. Und das Porto kann schrittweise noch weiter angehoben werden. Das ist nicht nur für die Post eine gute Nachricht.

Auch deutsche Versandhändler können profitieren, wenn die Preise der Konkurrenz aus China nun über das Porto teurer werden. Es gibt aber eine Obergrenze für die Portoerhöhungen. Die Gebühren dürfen maximal bei 70 Prozent des Inlandsportos liegen und sie dürfen nur schrittweise angehoben werden. Trotzdem wohl genug, damit die Kunden beim Onlineshoppen den Preisanstieg spüren.