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Münchner Runde: Verzögerung bei E-Auto-Prämie bremst Verkauf

Immer mehr Autofahrer interessieren sich für Elektroautos. Die Verkaufszahlen steigen, der Marktanteil bleibt jedoch gering. Händler befürchten Einbußen, denn die Erhöhung der Kaufprämie verzögert sich. Das ist auch Thema in der “Münchner Runde”.

Weg vom Diesel, hin zu Elektro – die Nachfrage nach Dieselautos sinkt. Dafür interessieren sich offenbar immer mehr Autofahrer für ein Elektroauto. Deutsche KFZ-Händler beklagen allerdings, dass Kunden hierzulande beim Kauf aber eher zögerlich sind. Der Grund: Die Bundesregierung hatte im Zuge des Klimapakets eine Erhöhung der Kaufprämie in Aussicht gestellt. Diese Erhöhung lässt nun allerdings auf sich warten.

Benziner und Diesel stehen am Pranger – die Politik setzt auf E-Mobilität, aber ist das Elektroauto überhaupt die Lösung? Werden Benzin- und Dieselautos bald verboten? Darüber diskutiert die “Münchner Runde” am 12. Februar 2020 um 20.15 Uhr live im BR Fernsehen und bei BR24.

Deutsche Kunden zögerlich bei Elektroauto

Zu alten Konditionen würden viele Kunden einen Kauf derzeit nicht in Erwägung ziehen. “Die Bundesregierung hat ein Versprechen in die Welt gesetzt und löst es jetzt nicht ein”, sagt Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des Verbandes “Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe”. Der Elektromobilität, die der Staat fördern wolle, werde damit ein Bärendienst erwiesen.

Dieses zögerliche Kundenverhalten bezüglich der Elektromobilität sei auch in Bayern zu beobachten, bestätigt Christoph Wenzel, Sprecher des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Potentiell interessierte Kunden würden sagen: “Dann warte ich natürlich.”

Antrag auf Erhöhung der Kaufprämie noch in Arbeit

Auch die Grünen werfen der Bundesregierung vor, die Erhöhung der Kaufprämie für Elektroautos zu verzögern. Doch wie lange müssen sich Kunden noch gedulden?

Wie nach Informationen der “Rheinischen Post” aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht, reichte das Ressort von Minister Peter Altmaier (CDU) erst am 20. Januar 2020 den Entwurf zur Erhöhung der Prämie zur nötigen Prüfung bei der EU-Kommission ein.

Grünen kritisieren “Behäbigkeit” bei E-Auto-Förderung

“Es ist nicht nachvollziehbar, warum Wirtschaftsminister Altmaier drei Monate gebraucht hat, um ein paar Zahlen und Wörter in der Förderrichtlinie für die Kaufprämie auszutauschen”, moniert Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn. Die Verunsicherung für E-Auto-Käufer ziehe sich deshalb weiter hin.

Noch keine Infos über neue Richtlinie

Wann die neue Kaufprämie startet, traue sich selbst die Regierung nicht mehr zu prognostizieren, so Kühn. Altmaier betone ständig die wirtschaftliche Bedeutung der Autoindustrie, “doch mit seiner Behäbigkeit bei der Kaufprämie hat er für einen Einbruch beim Verkauf von E-Autos gesorgt”, sagt Kühn.

Auf der Internetseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle heißt es, man stelle weitere Informationen sobald wie möglich zur Verfügung. Von Nachfragen solle abgesehen werden.

Deutsche fahren am liebsten Benziner

In Deutschland ist die Anzahl der Elektrofahrzeuge laut Kraftfahrtbundesamt im Januar 2020 mit 7.492 Neufahrzeugen um 61,2 Prozent gestiegen. Der Anteil an den Neuzulassungen lag damit bei drei Prozent. Beliebter sind Hybride, die Verbrennungs- und Elektromotor kombinieren. Deren Anteil betrug 12,5 Prozent.

Die Anzahl der Neuwagen mit Dieselantrieb ging deutschlandweit zurück, ihr Anteil betrug trotzdem noch 32,6 Prozent. Über die Hälfte (51,5 Prozent) aller Neuwagen waren Benziner.

Prämie für alternative Antriebsarten soll bis 2025 gelten

Das Klimapaket der Bundesregierung sieht vor, die geplante Kaufprämie bis zum Jahr 2025 zu verlängern und nicht nur E-Autos zu fördern, sondern auch Pkw mit Hybrid- und Wasserstoff-Antrieb. Derzeit gibt es 4.000 Euro für rein elektrische Fahrzeuge. Für Neufahrzeuge mit einem Netto-Listenpreis von maximal 60.000 Euro soll die Prämie auf bis zu 6.000 Euro steigen. Die Mittel kommen jeweils zur Hälfte vom Bund und den Herstellern.

Das Ziel: E-Autos sollen dabei helfen, die EU-Vorgaben zum CO2-Ausstoß von durchschnittlich 95 Gramm pro Kilometer zu erreichen. Laut Kraftfahrtbundesamt hat sich der Ausstoß der neu zugelassenen Fahrzeuge im Januar 2020 zwar etwas verringert. Doch mit 151,5 Gramm pro Kilometer ist der Ausstoß von dem ausgegebenen Ziel noch weit entfernt.

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