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Die Computerspielserie „The Sims“ wird 20

Quietschbunt und sehr erfolgreich: Heute vor 20 Jahren erschien der erste Teil der digitalen Puppenstube „The Sims“. Es gilt als eines der meistverkauften Computerspiele aller Zeiten.

Eigentlich war es eine logische Entwicklung: Will Wright, die Computerspiel-Legende hinter The Sims, hatte zuvor schon mit Sim City die Mutter aller Städtebausimulationen entwickelt und außerdem die Planeten-Simulation Sim Earth. 1991 kam auch Sim Ant hinzu, hier durfte der Spieler eine Ameisen-Kolonie managen. Nun also sollte der Spieler sich in The Sims die Bedürfnisse von kleinen Pixel-Menschen kümmern, in Form einer Lebenssimulation. In der Praxis hieß das, dass man dafür sorgen musste, dass die Sims genügend zu Essen hatten, eine gute Arbeit und befriedigende zwischensimsische Kontakte. Das Spiel war an sich friedlich, sieht man mal davon ab, dass manche User ihre Sims umbrachten, indem sie die kleinen Pixelmenschen in den Pool setzten und dann per Mausklick die rettende Leiter zum Verschwinden brachten.

Depeche Mode sangen in der Sprache der Sims

Vor allem The Sims 2 (2004) gab der erfolgreichen Serie einen gewaltigen Schub. Die Sims konnten nun Kinder bekommen und verschiedene Altersstufen durchlaufen. Das Spiel wurde so populär, dass sogar die im Spiel gesprochen Sprache „Simlish“ von Fans in der realen Welt zur Verständigung genutzt wurde. Die Synthie Pop-Band „Depeche Mode“ veröffentlichte sogar einen Song auf simlish.

The Sims spült Electronic Arts Millionen in die Kassen

Der Erfolg zahlt sich bis heute vor allem für Electronic Arts aus, der Firma hinter The Sims. Schätzungen zu Folge haben sich The Sims-Spiele fast 200 Millionen mal verkauft, vor allem Mädchen und Frauen können sich dafür begeistern. Einträglich ist The Sims für Electronic Arts aber auch deswegen, weil zu den Spielen zahlreiche Zusatzpakete erschienen sind, die nochmal Geld in die Kassen des Unternehmens spülen. Alleine zum vierten Teil der Spiele-Serie, aus dem Jahr 2014, gibt es unzählige Erweiterungen, die dem Spiel neue Szenarien oder Gegenstände spendieren, angefangen von „Luxus-Party Accessoires“ bis hin zu „Bowling Abend Accessoires“.

Spielgewordener Konsumwahn?

In die Kritik geriet The Sims vor allem immer wieder, weil es angeblich unkritisch Kommerz und Konsum feiert. Neue Waschmaschinen, Fernseher oder Couchgarnituren machen Sims glücklich und helfen ihnen dabei ihren (Arbeits)alltag effizienter zu bewältigen. Der Künstler Robin Burkinshaw versuchte deswegen 2009 in The Sims 3 eine obdachlose Familie zu spielen. Das Experiment klappte, allerdings stellte Burkinshaw auch fest, dass es sein Sims in der realen Welt wohl schwerer gehabt hätten.