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ADAC-Staubilanz: Tipps für staugeplagte Autofahrer

Im vergangenen Jahr gab es auf den Autobahnen zwar weniger Staus, wie die aktuelle Staubilanz des ADAC zeigt. Allerdings brauchten Autofahrer, die es erwischte, mehr Geduld. Der ADAC hat einige Tipps für staugeplagte Autofahrer.

Laut der aktuellen Staubilanz des ADAC gab es im vergangenen Jahr auf deutschen Straßen 708.500 Staus – also im Schnitt jeden Tag 1.941. Zusammengerechnet waren die Staus von 2019 laut der ADAC-Statistik mehr als 1,4 Millionen Kilometer lang. Es gab zwar weniger Staus als im Vorjahr, aber wenn die Autofahrer im Stau standen, haben sie im Schnitt 44 Minuten verloren – das sind 14 Prozent und somit sieben Minuten mehr als im Vorjahr, so der ADAC.

20 Prozent mehr Baustellen

Auf vielen deutschen Autobahnabschnitten dürfen Autofahrer schneller als 130 km/h fahren. Laut dem ADAC nutzt ihnen das aber bei den vielen Staus nichts, die vor allem aufgrund der vielen Baustellen und der Überlastung entstehen. Der ADAC beruft sich auf eine Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), nach der die Zahl der Baustellen im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen ist.

Ein entscheidender Grund für die Staus: Jedes Jahr gibt es zwei Prozent mehr Lkw auf deutschen Straßen – auch aufgrund des boomenden Onlinehandels. Das sagt der Stauexperte Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen. Die vielen Lkw belasten die Strecken mehr, sodass sie auch stärker abgenutzt werden. Deshalb rechnet Schreckenberg auch in Zukunft mit vielen Sanierungsarbeiten. Darüber hinaus wachse vor allem das Pkw-Aufkommen insbesondere durch ausländische Fahrer aus Ost-Europa. Das deutsche Aufkommen steigt seinen Worten nach gar nicht so stark.

Bei der Entstehung von Staus sei es übrigens nicht entscheidend, ob man mit 160 oder 130 km/h heranfahre, so Schreckenberg. Meist fließe der Verkehr vorher schon zäh und wenn dann einer zu stark bremse, gebe es den Ziehharmonikaeffekt, erklärt der Stauexperte.

ADAC fordert Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs

Um Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen, fordert der ADAC den weiteren Ausbau des ÖPNV. Die Schienennetze im Nah- und Fernverkehr müssten modernisiert werden, auch die Zuverlässigkeit müsse steigen, meint ADAC-Sprecher Johannes Boos.

Stauexperte Schreckenberg fordert eine schnellere und effizientere Planung und Ausführung bei den Baustellen: Baustellen bräuchten viel zu lange, da könne die Politik einwirken, doch sie scheue häufig davor zurück, so seine Erfahrung. Eine gewisse Hoffnung setzt er auf die neue Infrastrukturgesellschaft, die im nächsten Jahr kommen soll: Wenn Baustellen dann zentral geregelt würden, könne man hoffen, dass die Prozesse optimiert würden.

Tipps für Autofahrer

Vor Fahrtantritt sollte man sich rechtzeitig über die Strecke informieren, damit man zum Beispiel möglicherweise nicht in den Berufsverkehr kommt, so Stauexperte Schreckenberg. Die Statistik zeigt zudem, dass es mittwochs die meisten Staus gab und dass man demnach am besten am Wochenende fahren sollte.

Bei einem Stau von der Autobahn abzufahren, lohnt sich nach Schreckenbergs Worten übrigens nicht: Überlastungsstaus hätten noch eine interne Geschwindigkeit von 10 km/h, das heißt bei einem fünf Kilometer langem Stau braucht man eine halbe Stunde. Wenn man über das Land fahre, könne es deutlich länger dauern, weil man dort langsamer unterwegs sei – bei längerer Strecke. Nur wenn die Autobahn gesperrt ist, lohne sich eine alternative Route.

Die meisten bayerischen Staus in Passau

Am Ranking der Bundesländer hat sich nichts geändert: Die meisten Staus gab es 2019 im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen – gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Rund zwei Drittel aller Staumeldungen kommen aus diesen drei Bundesländern.

In Bayern gab es die meisten Staus im vergangenen Jahr in Passau; auf der A3 am Grenzübergang Suben brauchten Autofahrer meist viel Geduld. Grund sind die Grenzkontrollen bei der Einreise aus Österreich nach Deutschland, so ADAC-Sprecher Johannes Boos.

Auch andere Autobahnabschnitte im Freistaat fielen wieder negativ auf, wie die Strecke auf der A3 zwischen Würzburg und Nürnberg sowie die A8 zwischen Salzburg und München.

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