Das Smartphone ist häufig überladen von unzähligen Applikationen. Doch eine ist beinahe auf jedem Gerät zu finden: WhatsApp! Der Instant-Messaging-Dienst ist mit 1,5 Milliarden Nutzern und 60 Milliarden verschickten Nachrichten am Tag eines der größten sozialen Netzwerke der Welt. Seit das Unternehmen 2014 von Facebook aufgekauft wurde, werden gravierende Veränderungen erwartet. 2019 könnte der Startpunkt dafür sein.

WhatsApp und Facebook

WhatsApp startete 2009 als einfache App, auf der Status-Meldungen veröffentlicht werden konnten. Die Gründer Brian Acton und Jan Koum verfolgten die Entwicklung der App weiter bis zum Kurznachrichtendienst. Für 22 Milliarden US-Dollar verkauften die beiden ihr Unternehmen schließlich 2014 an Facebook. Gemeinsam wurde WhatsApp weiterentwickelt. Für das kommende Jahr 2019 sind verschiedene neue Funktionen auf WhatsApp in Planung – aufgrund einer haben die Gründer der App den Konzern verlassen. Sie wollen den Kurs, den das Unternehmen eingeschlagen hat, nicht mehr mittragen.

WhatsApp-Gründer verlassen Facebook

Mittlerweise haben beide Gründer von WhatsApp das Unternehmen Facebook verlassen. Grund dafür sind entgegengesetzte Überzeugungen vor allem bei drei Themen: Überwachung, Datenauswertung und Werbeschaltungen. Sie haben sich in der Vergangenheit immer wieder gegen eine Finanzierung des Dienstes durch Werbung ausgesprochen. Bei der Übernahme legten sie fest, dass WhatsApp bis 2019 nicht profitabel sein, also kein Geld abwerfen muss. Damit haben sie es geschafft, ihre Nutzer für eine Weile zu schützen. Doch nun ist diese Frist abgelaufen.

Nachdem Facebook viele Milliarden in den Messenger-Dienst investiert hat, soll sich das nun auch finanziell auszahlen. Am einfachsten funktioniert dies natürlich mit dem Schalten von Werbeanzeigen. Facebooks Vizepräsidentin für Globale Marketingstrategien Carolyn Everson verteidigte das Vorhaben im Gespräch mit „The Wall Street Journal“: „Werbung für wachsende Unternehmen steht nicht im Widerspruch zu den Menschen“.

So wird auf WhatsApp 2019 Werbung gezeigt

Nun soll die Werbung laut WhatsApp-Vizepräsident Chris Daniels die Haupteinnahmequelle für das Unternehmen werden. Denn WhatsApp ist eben vor allem für Unternehmen attraktiv, die so auf spezifische Weise Nutzer erreichen können. Ab Februar 2019 sollen vorerst Anzeigen im „Status“-Bereich der App geschaltet werden. Der private Chat bleibt somit zunächst werbefrei. Die Werbung soll, ähnlich wie bei Facebook selbst, personalisiert werden und sich damit nach den Interessen des WhatsApp-Nutzers richten.

Personalisierte Werbung – Wie ist das auf WhatsApp möglich?

Doch wie kann das bei dem von WhatsApp gegebenen Schutz der privaten Nachrichten durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung durchgeführt werden? Co-Gründer Brian Acton sprach hierbei in einem Gespräch mit „Forbes“ kritisch davon, dass WhatsApp die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufweichen werde, um die App für Unternehmen zugänglich zu machen und Werbemaßnahmen ausspielen zu können. Das würde mehr Einblicke über WhatsApp-Nutzer im verschlüsselten Umfeld ermöglichen.

Laut der Argumentation seitens Facebook ist die Werbung auf WhatsApp vor allem für kleine Unternehmen in Schwellenländern eine herausragende Möglichkeit, die Menschen zu erreichen und von sich zu überzeugen.

Neuer Dienst: „WhatsApp Business API“

Dafür gibt es auch einen neuen Dienst, „WhatsApp Business API“, den Firmen nutzen können, um mit WhatsApp-Nutzern über die Chat-Funktion direkt in Kontakt zu treten. Allerdings: Man muss als Nutzer selbst aktivieren, dass man für Unternehmen auf WhatsApp durch Werbung oder auch im persönlichen Chat erreichbar sein will.

Natürlich kann das auch Vorteile haben. So wird man direkt über WhatsApp eine Versandbestätigung anfordern, sein Paket verfolgen oder einen Termin vereinbaren können. Doch stimmt man diesen neuen Funktionen dafür zu, können Unternehmen neben Werbung im „Status“-Bereich und privaten Chatnachrichten auch Push-Meldungen schicken. Der Werbung steht praktisch nichts mehr im Weg.