China begann das Jahr mit etwas, was noch keine Nation zuvor getan hat: Sie landete ein Raumschiff und einen begleitenden Rover auf der anderen Seite des Mondes mit einem ehrgeizigen wissenschaftlichen Nutzlastpaket und einer spannenden Mission, um die innere Struktur des Mondes unter anderem mit Hilfe eines bodendurchdringenden Radars zu untersuchen.

Aus technischer Sicht fast ebenso beeindruckend ist es China gelungen, einen Kommunikationsrelais-Satelliten in eine Mondhaloumlaufbahn zu bringen, um die Steuerung und Kommunikation sowohl des Raumfahrzeugs als auch des Rovers zu ermöglichen, die keine Sichtverbindung zur Erde haben.

Ich hatte gemischte Gefühle über diese Ereignisse.

Ich wurde in den Vereinigten Staaten geboren, aber meine Eltern wurden beide in China geboren, bevor sie nach Taiwan kamen und in den 1950er Jahren nach Amerika einwanderten. Auf der einen Seite bin ich stolz auf mein Erbe und das, was China erreicht hat. Auf der anderen Seite ist meine Familie Amerikaner, und wir sind stolz auf die Erfolge der USA. Und weil die Mondlandung der Apollo 1969 mich zum Astronauten inspiriert hat, glaube ich fest daran, dass die USA eine führende Rolle in der Weltraumforschung behalten können und sollten.

China hat alle anderen Nationen mit einer neuen Leistung übertroffen. Obwohl China nicht gerade bereit ist, den Platz der Vereinigten Staaten einzunehmen, hat es einen Warnschuss abgegeben. Die USA müssen nun ihr Spiel intensivieren, um ihre Führungsposition zu behaupten.

Während China seine Raumstation vorbereitet, mit Plänen, Teile ab 2020 zu versenden, plant Amerika, die Internationale Raumstation – die Kooperation von 15 Nationen – 2024-2025 zu verlassen.

Laut einem internen NASA-Dokument, das Anfang 2018 von der Washington Post erhalten wurde, basiert der Plan auf der unrealistischen Vorstellung, dass wir das Management der Einrichtung auf eine kommerzielle Einheit übertragen können.

Die ISS war nie darauf ausgelegt, wirtschaftlich betrieben zu werden. Die Missionskontrollzentren in Houston und Moskau müssen ständig mit Personal ausgestattet sein, um sie zu unterstützen, und die Start- und Landekosten wären für jede kommerzielle Einheit unerschwinglich.

Unterdessen konnte China bereits in den 2030er Jahren Astronauten auf dem Mond landen und die NASA in ihren Mondfähigkeiten überholen.

Aber vielleicht hätten die USA das kommen sehen sollen. 1965, auf dem Höhepunkt des Apollo-Programms, hatte die NASA 5,3% des Bundeshaushalts. Auch wenn der Haushalt heute etwas höher ist als in den letzten Jahren, liegt er nur noch bei rund 0,4%.

Mit diesen schwachen Mitteln sind die Ambitionen der NASA zwangsläufig begrenzt. Daran dürfte sich auch nichts ändern, denn das Weiße Haus scheint mehr darauf bedacht zu sein, die so genannte “Space Force”, einen neuen Militärzweig, zu gründen, als in ein Programm zur Erforschung des realen Weltraums zu investieren.

Um fair zu sein, wir tun immer noch einige erstaunliche Dinge im Weltraum. Erst kürzlich bildeten die New Horizons Raumsonden, nachdem sie bahnbrechende Entdeckungen und Bilder von Pluto gemacht hatten, Ultima Thule – bei weitem das entfernteste Objekt, das je abgebildet wurde – in etwa 4 Milliarden Meilen Entfernung von der Erde. Die Raumsonde OSIRIS REx etablierte eine Umlaufbahn um den 500 Meter großen Asteroiden Bennu, etwa 200 Kilometer von der Erde entfernt. Es wird eine Probe des Asteroiden zur Analyse zurückbringen. Die Parker-Solarsonde führt bahnbrechende Messungen unserer Sonne durch. Die Raumsonde Mars InSight ist gerade auf dem Mars gelandet, um Studien durchzuführen, die noch nie zuvor durchgeführt wurden, wie seismische Untersuchungen.

Ungeachtet dieser großen Missionen könnte unser Raumfahrtprogramm kurz davor stehen, übertroffen zu werden. Es ist ein klassischer Fall der “Tortoise and the Hare”. Wir sind es so gewohnt, so lange an der Spitze zu stehen, dass unsere Politiker selbstgefällig geworden sind.

Tatsächlich ist das Versagen, unsere Raumfahrtkapazitäten zu priorisieren, nichts Neues. Präsident Barack Obama verkündete, dass Amerika bis in die 2030er Jahre zum Mars gehen würde, aber die Finanzierung des Programms nicht ausreichend priorisierte.

Nun sind wir zum Zeitpunkt des Aufstiegs Chinas in der Weltraumforschung gekommen. Wir müssen uns der Realität stellen, dass sie der Welt in kleiner, aber bedeutender Weise gezeigt hat, dass sie die erste sein kann, die auch im Weltraum etwas erreicht. Wir sollten das besser bald erkennen, sonst werden wir sehr wohl aufwachen und feststellen, dass wir nicht mehr der Top-Hund in der Raumfahrt sind. Und wenn wir nicht aus unserer Selbstgefälligkeit im Weltraum lernen, könnten wir am Ende auch in anderen Bereichen unseren Vorsprung verlieren.