Astronomen, die das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) verwenden, haben kometenartige Sterne in einem jungen Sternhaufen namens Westerlund 1 entdeckt.

Westerlund 1 wurde 1961 vom schwedischen Astronomen Bengt Westerlund entdeckt und liegt etwa 15.000 Lichtjahre entfernt in Richtung des südlichen Sternbildes Ara.

Dieses Objekt, auch bekannt als Ara Cluster und ESO 277-12, ist einer der massivsten jungen Sternhaufen in unserer Milchstraße.

Sie besteht aus rund 200.000 Sternen und ist astronomisch gesehen relativ jung – mit rund 3 Millionen Jahren ist sie ein Baby im Vergleich zu unserer eigenen Sonne, die rund 4,6 Milliarden Jahre alt ist.

Westerlund 1 ist dafür bekannt, eine große Anzahl von massiven Sternen zu beherbergen, viele von ihnen faszinierende und seltene Arten.

Es wird von einem der größten Sterne, die je entdeckt wurden, namens Westerlund 1-26, überschrieben.

Dieser Stern ist ein roter Überriese – obwohl er manchmal als Hyperriese eingestuft wird – mit einem Radius, der über dem 1.500-fachen unserer Sonne liegt. Wenn Westerlund 1-26 dort platziert würde, wo sich unsere Sonne in unserem Sonnensystem befindet, würde sie über die Umlaufbahn des Jupiters hinausreichen.

Die neuen Beobachtungen von Westerlund 1 – angeführt von der Radioastronomin des University College London Danielle Marie Fenech – zeigten kometenartige “Schwänze” aus Material, die sich von einigen der Riesensterne im Cluster weg erstrecken.

Solche Schwänze entstehen in den dicken, unerbittlichen Winden, die aus den Sternen der Clusterbewohner strömen und Material nach außen tragen.

Dieses Phänomen ist ähnlich wie bei Kometen, die ihren berühmten und schönen Schwanz bekommen.

“Kometenschweife im Sonnensystem werden durch einen Wind aus Partikeln, die aus der Sonne strömen, vom Kern ihres Mutterkometen weggetrieben. Folglich zeigen Kometenschweife immer weg von unserer Sonne”, sagten die Astronomen.

“Ebenso zeigen die Schwänze der riesigen roten Sterne, die im ALMA-Bild dargestellt sind, vom Kern des Clusters weg, wahrscheinlich das Ergebnis starker Clusterwinde, die von den Hunderten von heißen und massiven Sternen erzeugt werden, die sich im Zentrum von Westerlund 1 befinden.”

“Diese massiven Strukturen überbrücken große Entfernungen und zeigen, welche dramatischen Auswirkungen die Umgebung auf die Form und Entwicklung der Sterne haben kann.”

Die neuen ALMA-Beobachtungen werden in einem Beitrag in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.