Es wurde festgestellt, dass die Dash-Buttons von Amazon gegen die Regeln des E-Commerce in Deutschland verstoßen.

Der E-Commerce-Riese versuchte, die Reibung beim Online-Shopping zu verringern, indem er die Verbraucher ermutigte, ihre Häuser mit aufklebbaren, kontogebundenen Buttons zu füllen, die beim Drücken produktspezifische Heftklammerkäufe auslösen – vom Waschpulver über die Toilettenrolle bis hin zu Katzenfutter.

Deutschland gehörte zu den ersten internationalen Märkten, in denen Amazon 2016 zusammen mit Großbritannien und Österreich Dash auf den Markt brachte. Aber gestern entschied ein Oberlandesgericht in München, dass das System den Verbrauchern keine ausreichenden Informationen über einen Kauf liefert.

Das Urteil folgt einer rechtlichen Anfechtung durch eine regionale Verbraucherzentrale NRW, die sich gegen die Begriffe Amazon und Dash wendet.

Sie beschwert sich darüber, dass die Bedingungen von Amazon es dem Unternehmen ermöglichen, ein Produkt mit einem höheren Preis oder sogar einem anderen Produkt anstelle dessen zu ersetzen, was der Verbraucher ursprünglich für einen Dash-Push-Kauf ausgewählt hat.

Es wird argumentiert, dass die Verbraucher auch nicht genügend Informationen über den Kauf erhalten, der beim Drücken der Taste ausgelöst wird – was Monate nach einer ursprünglichen Auswahl geschehen kann.

Dash-Buttons sollten ein Etikett tragen, das besagt, dass ein bezahlter Kauf durch eine Presse ausgelöst wird, glaubt sie.

Das Münchner Gericht hat sich nun der Ansicht des Konzerns angeschlossen, dass Amazon den Dash-Verbrauchern per Reuters keine ausreichenden Informationen zur Verfügung stellt.

In einer Pressemitteilung nach dem Urteil sagte die Verbraucherzentrale NRW, die Richter seien sich einig, dass Amazon die Verbraucher vor der Bestellung über Preis und Produkt informieren sollte und nicht wie bisher nach dem Kauf.

Er äußerte sich auch zuversichtlich, dass das Urteil Amazon keinen Raum für eine Berufung lässt – obwohl das Unternehmen erklärt hat, dass es dies beabsichtigt.

Der Leiter der Verbraucherzentrale NRW, Wolfgang Schuldzinski, kommentierte das Urteil in einer Stellungnahme: “Wir sind immer offen für Innovationen. Aber wenn Innovation die Verbraucher benachteiligen und Preisvergleiche erschweren soll, dann setzen wir alle Mittel gegen sie ein, wie in diesem Fall.”

Amazon hat nicht auf Fragen geantwortet, wie sie kurzfristig auf das Gerichtsurteil reagieren will, z.B. ob sie die Geräte zurückziehen oder die Funktionsweise von Dash in Deutschland ändern wird.

Stattdessen schickte sie uns die folgende Erklärung per E-Mail, die einem Sprecher zugeschrieben wurde: “Die Entscheidung ist nicht nur gegen Innovation, sie hindert den Kunden auch daran, selbst eine fundierte Entscheidung darüber zu treffen, ob ein Service wie Dash Button für ihn eine bequeme Möglichkeit zum Einkaufen ist. Wir sind überzeugt, dass der Dash Button und die entsprechende App mit der deutschen Gesetzgebung übereinstimmen. Deshalb werden wir Berufung einlegen.”