Das Verteidigungsministerium (Department of Defense, DoD) entwickelt in Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten und kleinen Unternehmen eine nicht-letale Laserwaffe, die Sprachbefehle senden oder die Haut von Menschen verbrennen kann, um Ziele über weite Strecken abzuwehren.

Die Technologie, die als Scalable Compact Ultra-short Pulse Laser Systems (SCUPLS) bekannt ist, könnte auf kleinen taktischen Fahrzeugen und anderen Plattformen eingesetzt werden, die in Situationen wie der Massenkontrolle eingesetzt werden, so David Law, Chefwissenschaftler aus der Joint Non-Lethal Weapons Directorate des DoD.

Das System besteht aus zwei Lasersystemen, von denen eines unglaublich kurze Impulse von fokussiertem Infrarotlicht mit einer Dauer von einer Billionstelsekunde abgibt. Dieser Laser feuert eine Reihe von Impulsen ab, um Elektronen aus der Luft zu reißen und erzeugt so einen unsichtbaren und inerten Plasmaball – einen vierten Aggregatzustand, der aus ionisiertem Gas besteht – nahe oder auf dem Ziel.

Dann schießt der zweite Detonatorlaser etwas längere Infrarotlichtpulse auf die Plasmakugel und erzeugt eine Reihe von Blitzschlägen mit drei verschiedenen Effekten.

Bei geringster Intensität erzeugt die Detonation einen einfachen Sprachbefehl, um eine Warnung – wie z.B. “Halt! Geh nicht weiter!” – in Abständen von bis zu etwa 330 Fuß zu übermitteln.

Bei höheren Intensitäten wird die Waffe in der Lage sein, einen visuellen und akustischen Alarmton zu erzeugen, der vorübergehend Ziele blenden und betäuben könnte. Darüber hinaus kann der Laser eine lokale Erwärmung der Haut erzeugen, um dem Opfer Schmerzen zuzufügen.

“Die Blitzschlag-Effekte der Fähigkeit werden menschliche Ziele auf Fahrzeugen oder Schiffen oder zu Fuß warnen – keine Annäherung”, sagte Law gegenüber Newsweek. “Die Forschung soll eine Fähigkeit hervorbringen, die etwa zehn Detonationen pro Sekunde erzeugen kann.”

“Wenn sich das bedrohliche Ziel weiterhin einer militärischen Position nähert, dann kann der Kämpfer die Kraft eskalieren und das Plasma auf das Ziel legen, um nicht-tödliche Abwehreffekte zu erzeugen”, sagte er. “Die Fähigkeit, verständliche Sprachbefehle (in der spezifischen Sprache des Ziels) auf sehr große Entfernungen zu liefern, bietet auch eine weitreichende Hagel- und Warnfunktion mit minimaler Kraft.”

Um sicherzustellen, dass die Waffe dem Ziel keinen dauerhaften Schaden zufügt, sagt Law, dass die Laser und Optiken agil genug sein müssen, um die Effekte zu kontrollieren, damit der Benutzer genau weiß, welche Leistung geliefert wird.

“Es werden umfassende Humanstudien durchgeführt, bis wir die Risikobeschreibung jeder der Auswirkungen von SCUPLS und das damit verbundene Risiko einer signifikanten Verletzung vollständig verstehen”, sagte er.

“Das endgültige Systemdesign wird von einem Laser Safety Review Board (LSRB) einer strengen Bewertung unterzogen, um zu bestätigen, dass das System wie vorhergesagt funktioniert, ohne übermäßige Schäden wie Augen- oder Hautverletzungen zu verursachen”, fügte er hinzu. “Der LSRB ist die Clearingstelle des DoD, um sicherzustellen, dass Laser die Sicherheitsschwellen nicht überschreiten oder Radios und andere Geräte stören.”

Derzeit befindet sich das Waffensystem noch in einem frühen Stadium und eine neue Generation von Ultrakurzpulslasern muss entwickelt werden, bevor es lebensfähig produziert werden kann.

SCUPLS ist nicht das einzige neue Laser-Waffensystem, das vom DoD entwickelt wird. So sind beispielsweise mehrere Systeme mit 100-KW-Lasern mit deutlich längeren Pulslängen (Mikrosekunden oder länger) in Arbeit.

Diese sind in der Lage, in Sekundenschnelle durch verschiedene Materialien zu “brennen”, was dem Ziel viel mehr physischen Schaden zufügt. Ultrakurzpulslaser arbeiten mit viel kürzeren Pulslängen und verursachen dadurch viel weniger Schäden.

Da die Laserpulse jedoch so kurz sind, ist ihre durchschnittliche Leistungsaufnahme viel geringer, so dass sie von kleineren und leichteren Energiesystemen wie kleinen Generatoren und/oder Batterien gespeist werden können.