Die Weihnachtsgeschichte hat bestimmt jeder schon einmal gehört und an Weihnachten in der Kirche das Krippenspiel der Kinder miterlebt. Wie würde man wohl die Weihnachtsgeschichte erzählen, wenn man in der heutigen Zeit leben würde mit dem ganzen Technikkram?
Der Joseph von Nazareth erzählt seine Story aus der heutigen Zeit und bringt viel Humor mit. Er erzählt seine Story nämlich über Twitter. Man versetze sich in die heutige Zeit, die junge Maria ist schwanger jedoch nicht von Joseph.
Wie muss er sich wohl da gefühlt haben und welche Gedanken gingen ihm durch den Kopf. Schließlich konnte man nicht so einfach mit seinen Kumpels in eine Kneipe gehen und das erlebte verarbeiten.
Joseph wird uns noch bis zum Weihnachtsabend mit unterhaltsamen Tweets versorgen. Dann muss er sich aber mit Maria um das Kind kümmern und geht in Vaterschaft
Für ein kleines Interview haben wir Joseph in seinem kleinen Zimmermannsbetrieb in der Innenstadt von Nazareth besucht:
Über ihren Sohn spricht die Welt heute noch, aber kaum jemand interessiert sich für Sie. Sowohl damals als auch heute. Vielleicht stellen Sie sich kurz vor?
Mein Sohn? Also noch wissen wir ja nicht, was es am Ende wird. Aber über einen Sohn, der eines Tages den Betrieb übernimmt würde ich mich schon freuen. Genauso natürlich auch über eine Tochter. Ja, kurz zu mir: Ich bin Joseph von Nazareth, gefühlte 35 Jahre alt und verlobt. Ich führe einen kleinen Zimmermannsbetrieb in der 3. Generation in der Innenstadt von Nazareth.
Wie kam es dazu, dass ein begnadeter Handwerker und Zimmermann den Weg ins Netz findet?
Meine Verlobte Maria meinte, das würde man jetzt so machen. Werbung für den Betrieb, wie nannte sie das? – auf allen „Kanälen“. Ich kenn mich mit dieser neumodischen Technik ja überhaupt nicht aus. Hammer und Hobel, das ist so meins. Aber Maria ist auch ein bisschen jünger als ich.

Mit Brettern können Sie als Zimmermann sicherlich gut umgehen. Aber wie gut können Sie Tweets ins Smartphone hämmern?
Nun, mit meinen Arbeiterhänden hab ich natürlich manchmal so meine Probleme. Neulich hab ich mir auch einen Splitter eingefangen. Die Leertaste war doch sehr beansprucht. Hab die Tasten nun durch härteres Holz ersetzt.
Da wir grade bei ihrem Job sind, was macht eigentlich Maria den ganzen Tag?
Was Frauen halt so tun. Geht auf den Markt, richtet das Essen, kümmert sich um die Tiere, geht zum Fluss waschen.
Kaum jemand interessiert sich für Ihre Geschichte, wir schon!
Das freut mich. Wobei mich auch schon viele Menschen angeschrieben haben, die mich und meine Familie mit ganz lieben Ratschlägen unterstützen.
Sie twitterten am 5ten Dezember: “Mache mir ernsthaft Sorgen. Maria ist die Nacht zwei Mal aufgestanden und aus dem Zimmer geschlichen. Ich muss unbedingt mit ihr reden.” Was ging Ihnen durch den Kopf?
Ganz ehrlich – in dem Moment dachte ich nur: Kann sie nicht wenigstens leise rausgehen, ich muss morgen früh wieder in die Werkstatt. Aber natürlich hab ich mir Sorgen gemacht, dass irgendwas mit ihr ist. Sie war ja so schweigsam gewesen die Tage davor.
Sie zweifeln an Maria, machen sich sorgen und vermuten etwas schlimmes. Was war das schlimmste, was Sie zu diesem Zeitpunkt angenommen haben?
Gefolgt von weiteren Ratlosigkeiten hat Ihnen Maria gestanden Schwanger zu sein. Wie haben Sie sich dabei gefühlt?
Eigentlich hab ich an gar nichts Konkretes gedacht. Hab natürlich gehofft, dass sie nicht Krank ist. Ja, das war ein Schlag ins Gesicht, ihre Schwangerschaft. Wir sind eigentlich beide eher altmodisch eingestellt, was das Erkennen vor der Ehe betrifft. Aber wie sagte mein Opa immer: Wenn man dich auf die linke Wange haut, dann musst du stark sein, um auch einen Schlag auf die andere auszuhalten.
In anbetracht des Umstandes, dass Maria nicht fremdgegangen sei, sondern der “Heillige Geist” den Samen der Unschuld in ihren Schoß gelegt hat, muss es für Sie dennoch erschütternd sein. Können Sie ihr noch trauen?
Wer hat was? Ich kenne diesen Herrn nicht. Aber wenn er Maria Samen geschenkt hat, wird er wohl ein Bauer oder Gärtner sein. Vielleicht was für unseren kleinen Garten hinterm Haus. Da müssen Sie aber Maria selbst fragen. Um den Garten kümmert sie sich und hat dabei auch mein vollstes Vertrauen.
Was hält Sie davon ab einfach zu gehen, wie Sie es getwittert haben: “Wenn ich jetzt einfach gehen würde? Keiner würde etwas merken. Ich wäre einfach weg. Aber was wird dann aus Maria? Ich muss endlich schlafen”?

Ganz einfach: die Liebe. Könnten Sie ohne weiteres Ihre Verlobte verlassen mit dem Wissen, dass sie dafür gesteinigt wird? Ich kann so etwas nicht. Und ich finde, dass Menschen, die sich nur selbst lieben, auch nur von sich selbst geliebt werden. Manchmal muss man seine eigenen Befindlichkeiten einfach hinten anstellen, um anderen Menschen zu helfen. Ist zumindest meine Sicht.
Das erste Viertel des Monats ist nun schon vorüber. Grund genug langsam mit den Vorbereitungen für das Weihnachtsfest zu beginnen. Kann man Ihrer Ansicht nach nur dann ein frohes Fest feiern, wenn man bibelfest ist?
Weinnacht? Was ist das? Ist das neu? Wird da geweint? Ich versteh die Frage nicht, tut mir leid.
Welche weihnachtlichen Tipps haben sie um das familiäre Zusammentreffen vielleicht noch schöner zu machen?
Also wenn man auf die Familie trifft, immer viel Essen machen. Wenn meine Verwandten kommen, machen wir immer viel Essen. Und wenn was übrig bleibt, laden wir die Nachbarn ein und haben dann nochmal einen schönen Abend.
Wie ist die Idee eigentlich entstanden?
Die Idee, mit diesem Twitter? Nun ich wollte ja Werbung für meinen Zimmermannsbetrieb machen. Also wenn Sie Zimmermannsarbeiten in und um Nazareth haben – schreiben sie mich an. Joseph, der Zimmermann – weil Bretter mir die Welt bedeuten.
Herzlichen Dank …
… für Deine Zeit Joseph wir wissen ja wie beschäftigt du im Moment bist. Und nun einfach folgen dem gutem Joseph
Danke an Patrick für die Fragen!


Dezember 10, 2011 um 9:13 pm Uhr
Dieses Jahr also auch wieder
Dezember 10, 2011 um 11:25 pm Uhr
Ja diese Jahr auch wieder
Nur diesmal besser gemacht.
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